Historische Dachfenster
Historische Dachfenster aus Stahl – originalgetreu, aber mit heutigen Dämmwerten
Originale Dachfenster aus dem 19. Jahrhundert sind kaum noch zu bekommen, und wo sie noch sitzen, sind sie einfach verglast. Unsere Stahldachfenster nehmen die alte Formensprache auf – schlanke Profile, Rundbogen, echte Sprossenteilung – und kombinieren sie mit thermisch getrennten Rahmen und Isolierverglasung. Zwölf Bauformen von 26 × 40 bis 100 × 110 cm, verzinkt und pulverbeschichtet in RAL 9005.
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Warum historische Dachfenster anders aussehen als moderne
Wer schon einmal ein Bauernhaus aus der Zeit vor 1900 saniert hat, kennt das Problem: Auf dem Dach sitzt ein handelsübliches Kunststoff-Dachflächenfenster mit 60 Millimeter breitem Rahmen, und die ganze Dachfläche kippt optisch weg. Historische Dachfenster wurden aus Stahl oder Gusseisen gefertigt, weil das Material bei geringem Querschnitt tragfähig genug war. Genau daraus ergibt sich die Optik, die man heute nachbauen muss: sehr schmale Profile, ein hoher Glasanteil, eine sichtbare Sprossenteilung und – je nach Region und Bauzeit – ein Rundbogen im oberen Abschluss.
Diese Fenster hatten selten eine Wohnfunktion. Sie belichteten Dachböden, Ställe, Scheunen und Werkstätten, und sie dienten als Ausstieg für den Schornsteinfeger. Deshalb sind die Originalformate klein: Maße um 40 × 60 cm waren die Regel, alles über 70 cm Höhe eher die Ausnahme.
Der Konflikt zwischen Denkmalschutz und Energieeinsparrecht
Eingriffe an einem eingetragenen Baudenkmal sind erlaubnispflichtig; zuständig ist die Untere Denkmalschutzbehörde des jeweiligen Landkreises oder der kreisfreien Stadt. In der Praxis läuft die Genehmigung fast immer über die Ansicht: Die Behörde will wissen, wie schmal die Profile sind, wie das Fenster in die Dachfläche einbindet und ob die Teilung zur Bauzeit passt. Ein rahmenbündiger, schwarzer Stahlrahmen mit Sprossen wird deutlich häufiger durchgewinkt als ein Standardfenster mit Alu-Eindeckrahmen.
Auf der anderen Seite steht das Gebäudeenergiegesetz. Wird bei einem Bestandsgebäude ein Dachflächenfenster ausgetauscht oder neu eingebaut, gibt Anlage 7 GEG einen Höchstwert von 1,40 W/(m²K) für den Wärmedurchgangskoeffizienten Uw vor. Für Baudenkmäler und sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz lässt § 105 GEG Abweichungen zu, wenn die Anforderungen die Substanz beeinträchtigen würden.
Unsere Fenster liegen je nach Größe und Bauform zwischen Uw 1,25 und 1,60 W/(m²K), verglast mit einer Hochleistungs-Isolierverglasung (Ug 1,0). Die größeren Formate – DRX, DRG und das Rettungswegfenster DRV – erfüllen die 1,40 direkt. Bei den kleinen Formaten wie dem DRM 26 × 40 zieht das ungünstige Verhältnis von Rahmen zu Glasfläche den Wert nach oben; hier ist die Denkmalausnahme der übliche Weg. Wir sagen das offen, weil es sonst spätestens beim Energieberater auffällt.
Was den Unterschied zum Original ausmacht
Drei Punkte, die man den Fenstern nicht ansieht:
Thermische Trennung. Ein durchgehendes Stahlprofil ist eine Wärmebrücke. Ohne Trennung schlägt sich im Winter innen Kondensat am Rahmen nieder, das Wasser läuft in die Laibung, und nach ein paar Jahren steht die Frage nach dem Schimmel im Raum. Historische Dachfenster ohne thermische Unterbrechung gehören deshalb in unbeheizte Dachräume, nicht in ausgebauten Wohnraum.
Korrosionsschutz im Duplex-System. Alle Rahmen werden verzinkt und anschließend pulverbeschichtet – bei uns in RAL 9005 Tiefschwarz mit Oxyplast-Pulver. Zink und Beschichtung schützen sich gegenseitig; das ist deutlich haltbarer als eine reine Lackierung auf blankem Stahl. Bei Originalen aus Gusseisen ist genau das der Schwachpunkt: Sie rosten von der Wetterseite her durch.
Edelstahl-Scharniere. Die Bänder sitzen im am stärksten bewitterten Bereich. Wir verwenden dort Edelstahl, weil verzinkter Stahl an den Reibstellen als Erstes aufgibt.
Die Bauformen im Überblick
Die Kürzel folgen einem festen System. Ein R im Namen steht für die Baureihe, das nachfolgende Kürzel für Größe und Teilung:
| Modell | Maß (Fensterteil) | Kopfform / Teilung | Uw |
|---|---|---|---|
| DRM | 26 × 40 cm | Rundbogen, ungeteilt | 1,60 |
| DRK | 40 × 60 cm | Rundbogen, vertikal geteilt | 1,50 |
| DRKK | 40 × 60 cm | Rundbogen, Kreuzteilung | 1,50 |
| DRKR | 44 × 60 cm | gerade, vertikal geteilt | 1,50 |
| DRF | 50 × 90 cm | Rundbogen, vertikal geteilt | 1,50 |
| DRP / DRPM | 60 × 70 cm | Rundbogen, vertikal geteilt | 1,40 |
| DRPK | 60 × 70 cm | Rundbogen, Kreuzteilung | 1,40 |
| DRPR | 60 × 70 cm | gerade, vertikal geteilt | 1,40 |
| DRX | 77 × 118 cm | Rundbogen, vertikal geteilt | 1,36 |
| DRG | 100 × 110 cm | gerade, nur Mittelteil öffnend | 1,36 |
| DRV | 90 × 120 cm | Rettungsweg, mit Gasfedern | 1,25 |
Für Scheunen, Ställe und Nebengebäude greift man üblicherweise zu DRM oder DRK. Im ausgebauten Dachgeschoss reicht ein 40 × 60 nicht mehr für den Lichteinfall – dort sind DRF, DRP oder DRX die realistische Wahl.
Dachfenster als zweiter Rettungsweg
In allen Landesbauordnungen gilt: Aufenthaltsräume in Dachgeschossen brauchen einen zweiten Rettungsweg. Wird dieser über ein Dachfenster geführt, muss die lichte Öffnung nach den meisten Landesbauordnungen mindestens 0,90 × 1,20 m betragen, und die Unterkante darf nicht zu hoch über dem Fußboden liegen. Das ist der Grund, warum das DRV mit 90 × 120 cm genau dieses Format hat. Zwei Gasfedern halten den Flügel im geöffneten Zustand offen – ohne die geht es nicht, weil ein Stahlflügel dieser Größe von allein zufällt.
Wichtig: Ob die Behörde das Fenster als Rettungsweg anerkennt, hängt am konkreten Einbau – Brüstungshöhe, Anleiterbarkeit, Absturzsicherung. Klärt das vor der Bestellung mit dem Bauamt.
Motorantrieb, Fliegengitter, Ausstiegshalterung
Über einem Treppenhaus oder in einer hohen Diele bekommt man ein Dachfenster von Hand nicht mehr auf. Für die Modelle DRF, DRPM, DRPR, DRP, DRPK, DRX und DRG bieten wir den Kettenantrieb KATO C110 an, 220 V, Öffnungsweite bis 40 cm. Der Motor wird bereits im Fenster eingebaut geliefert und vor Ort auf einen Schalter oder die Haussteuerung gelegt. Die Funkvariante Radio ADV kommt mit Fernbedienung für 30 Kanäle und dem Regensensor NSR1 – bei einem Fenster, das man vom Boden aus nicht erreicht, ist der Sensor kein Luxus, sondern Schadensvermeidung.
Fliegengitter gibt es passend für die Serien DRP/DRPM/DRPK, DRF, DRKR und DRK/DRKK, ebenfalls in RAL 9005, seitlich mit Bürstendichtung und mit EPDM-Dichtband am unteren Anschlag.
Die Ausstiegshalterung hält den Flügel der Modelle DRF, DRPM, DRP, DRPK und DRPR im 90-Grad-Winkel offen. Wir haben sie entwickelt, weil der Schornsteinfeger sonst keine Hand frei hat – und weil ein zufallender Stahlflügel auf der Leiter kein Spaß ist.
Versand und Lieferung
Historische Dachfenster gehen ausschließlich per Spedition. Bei den kleinen Formaten liegen die Versandkosten bei 120 € für 1–5 Stück, bei den mittleren Formaten ab DRF bei 180 €, bei DRG und DRV bei 250 € für 1–4 Stück. Die genauen Kosten stehen bei jedem Artikel. Bei größeren Stückzahlen für Objekte rechnen wir individuell – meldet euch dazu direkt bei uns.
Beratung
Wir sitzen seit Jahren im Geschäft mit historischer Bausubstanz und haben unser Ladengeschäft in Reiskirchen-Ettingshausen. Wenn ihr unsicher seid, welches Format zur Dachneigung, zur Eindeckung und zur Sparrenteilung passt: Ruft an (06401 221344) oder schickt uns Fotos der Dachfläche und der bestehenden Öffnung. Das spart am Ende mehr Zeit als jede Produkttabelle.